Wochenbriefing 14

Moin,

nach mehr als einem halben Jahr im Wahlkampf und über einem Jahr Kandidatur habe ich die politische Stadt Oldenburg besser kennengelernt. Und ich erlebe dabei zwei Wahrheiten gleichzeitig.

Die erste: Es gibt in Oldenburg viele engagierte, kluge und ehrliche Menschen, die sich in Parteien, Vereinen, Initiativen, Gremien und Institutionen für diese Stadt einsetzen. Man kennt sich, begegnet sich immer wieder, spricht miteinander, empfiehlt einander weiter. Das ist erst einmal nichts Schlechtes. Es zeigt, dass es in dieser Stadt einen lebendigen politischen und gesellschaftlichen Betrieb gibt.

Die zweite Wahrheit irritiert mich mehr.

Denn je länger ich dabei bin, desto stärker sehe ich auch, wie sehr Politik in Oldenburg von einem vergleichsweise kleinen Kreis geprägt wird, der sich kennt, Zugänge hat und in vielen Kontexten immer wieder auftaucht. Und ich frage mich: Wo sind eigentlich die anderen fast 180.000 Menschen dieser Stadt? Wo sind diejenigen, die arbeiten, Kinder versorgen, Angehörige pflegen, im Alltag unter Strom stehen und vielleicht gute Ideen hätten, aber weder Zeit noch Lust haben, sich durch politische Zirkel und Abendtermine zu bewegen?

Ich sage das auch selbstkritisch. Denn natürlich bin auch ich privilegiert. Ich kann diesen Wahlkampf nur führen, weil ich mir als Unternehmer meine Zeit freier einteilen kann, weil meine Kinder aus dem Haus sind und weil ich die Ressourcen dafür habe. Und auch als Parteiloser merke ich: Wer in die Politik geht, beginnt schnell, sich in genau diesen Netzwerken zu bewegen, längst bin auch ich schon ein Teil davon.

Ich glaube nur nicht, dass wir uns damit zufriedengeben sollten.

Denn Politik darf nicht vor allem für diejenigen funktionieren, die die richtigen Kontakte, die meiste Zeit und die größte Nähe zum politischen Betrieb haben. Sie muss offen bleiben für die ganze Stadt.

Genau da verläuft für mich auch die Trennlinie in diesem Wahlkampf: zwischen einem Politikstil, der sich vor allem in bestehenden Netzwerken bewegt — und einem Politikstil, der die Stadt wieder weiter aufmacht.

Ich will als Oberbürgermeister kein Rathaus, das sich mit sich selbst beschäftigt und in eingespielten Strukturen oder Parteilinien verharrt. Ich will ein offenes, transparentes und zugewandtes Rathaus. Eines, das in die Stadtteile rausgeht, zuhört, ermöglicht, vereinfacht, vernetzt und neue Menschen dazu ermutigt, Verantwortung zu übernehmen, ein Rathaus, das Allianzen schmiedet.

Oldenburg braucht keinen Oberbürgermeister, der vor allem Teil des politischen Betriebs ist. Oldenburg braucht einen Oberbürgermeister, der den politischen Betrieb verändert.

Die letzte Woche in 60 Sekunden

Schwerpunkt: Eine neue politische Kultur für Oldenburg

Ich finde: Politik darf nicht nur darüber reden, was sie will. Sie muss auch verändern, wie sie arbeitet.

Ich werde als Oberbürgermeister nicht top-down regieren. Oldenburg braucht keinen Chef, der Anweisungen nach unten gibt und auf eingespielte Machtzirkel oder Parteikreise setzt. Oldenburg braucht verantwortungsvolle Führung, ein zukunftsfähiges Zielbild und eine gute Zusammenarbeit: im Rathaus, mit dem Rat und vor allem mit der Stadtgesellschaft.

Ich möchte mit den Dezernentinnen und Dezernenten ein starkes Team aufbauen. Ein Oberbürgermeister, der meint, alles für alle zu entscheiden, überschätzt sich maßlos. Wir haben tolle Menschen in der Stadt. Sie zu unterstützen, ihre Fähigkeiten, Interessen, ihr Können und Wissen an der richtigen Stelle einzubringen, ist die eigentliche Aufgabe eines Oberbürgermeisters.

Das ist eine neue Kultur: Mit klaren Zielen, guter Abstimmung und dem Anspruch, Probleme ressortübergreifend zu lösen. Verwaltung muss raus aus dem Silo. Das will sie auch, aber sie benötigt einen Oberbürgermeister, der das unterstützt und nicht blockiert.

Gleichzeitig werde ich Politik wieder verständlicher, transparenter und verbindlicher machen. Weniger Hinterzimmerlogik, weniger parteitaktisches Klein-Klein, mehr Offenheit, Klarheit und Tempo in der Umsetzung. Daran will ich mich messen lassen.

Vier Punkte, für die ich mich einsetze:

Die ersten 100 Tage

Termine

Diese Woche bin ich im Urlaub. Deshalb finden keine Vor-Ort-Termine statt. Nur unser Aktionsteam trifft sich online.

Danke!

Ich wünsche Dir und Deinen Liebsten frohe Ostern, eine schöne Zeit mit Familie und Freunden und hoffentlich ein bisschen Sonne.

Danke an alle, die diesen Wahlkampf unterstützen, mitdenken, mitdiskutieren und mithelfen.

Wenn Du Menschen kennst, die sich ebenfalls eine offenere, modernere und bürgernähere Politik für Oldenburg wünschen, dann leite diesen Newsletter gern weiter.

Oldenburg. Mit Dir!

Herzliche Grüße

Jascha

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert